Freitag, 17. Mai 2013

Jiaogulan Tee


 Jiaogulan  (Gynostemma pentaphyllum)

 


Jiaogulan bedeutet in der chinesischen Sprache „Pflanze der Unsterblichkeit“ („Xiancao“). Es
ist ein Kraut, eine unscheinbare Wildpflanze, deren Blätter aus Wildwuchs in China heute wie
seit aberhunderten von Jahren gesammelt und getrocknet werden. Die leicht zerriebenen
Blätter werden zur Tee-Zubereitung verwendet, als Schrot bzw. fein zermahlen, als täglicher
Zusatz zur Nahrung.

Die bis heute am meisten erforschen Inhaltsstoffe des Jiaogulan sind 82 verschiedene
Saponine (Polyphenole), mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Gypenoside.
Die Forschung startete 1984 mit einer überraschenden Studie, die nachwies, dass Jiaogulan
die Ausdauer und Stärke von Mäusen beim Schwimmen deutlich erhöhte. Nicht nur für die
Sportwissenschaftler war dies ein Signal, an den chemischen Inhaltsstoffen zu forschen. Das
Ergebnis dieser wissenschaftlichen Heilpflanzenforschung kann sich mehr als sehen lassen:
Jiaogulan enthält
x Saponine (Gypenoside),
x Flavenoide,
x Polysaccharide,
x Aminosäuren,
x Vitamine,
x Mineralen und viele Spurenelemente.




Die Hormon-Struktur

Die chemische Struktur der Gypenosiden übt eine Wirkung auf den menschlichen Körper
aus, weil diese Struktur gleich ist wie die menschlicher Steroid-Hormone, welche eine
wichtige Rolle bei der Regulation der Körperfunktionen spielen. Diese pflanzlichen
Substanzen unterstützen den Körper, ein gesundes Gleichgewicht seiner Hormonproduktion
aufrecht zu erhalten.
Für Sportler, welche Jiaogulan hochdosiert nehmen, ist wichtig zu wissen, dass diese
Hormonstrukturen bei Dopingkontrollen als natürlich identifiziert werden. Es besteht keine
Gefahr, dass sie mit illegalen Steroidhormonen verwechselt werden (wie Androgen,
Testosteron oder Kortikosteroiden). Beim internationalen olympischen Komitee gilt Jiaogulan
ausdrücklich nicht als Dopingmittel. Es wurde dadurch das legale Mittel zur
Leistungssteigerung bei asiatischen Sportlern.

Die Wissenschaft vermutet, dass in der nahezu identischen Hormonstruktur der
Gypenosiden mit der menschlichen Hormon-Struktur, das zu Grunde liegende Geheimnis
der Wirkungen dieser Pflanze  liegt.
Die erforschten gesundheitlichen Aspekte sind – übertragen auf einen gesunden Menschen
wie einen Sportler – in der Auswirkung enorm: Der energetisch starke Organismus nutzt   2
dieses Potential, um in höchstem Maße die Leistung zu steigern bzw. ein Abfallen der
Leistung zu verhindern. 

Negative Umwelteinflüsse wie
x Elektrosmog,
x industriell erzeugte Nahrung, 
x toxische Stoffe jeder Art (Umweltgifte, Pestizide, Herbizide, Schwermetalle),
x Alkoholkonsum,
können durch hohe Jiaogulan-Gaben  gemildert bis neutralisiert werden (was natürlich kein
Ersatz für eine sehr bewusste Lebenshaltung sein kann).

Psychischen Stress als Ursache eines dann dadurch schwächer werdenden Körpersystems
ist sicherlich allgemein bekannt. Ausdrücklich nennen die chinesischen Forscher Jiaogulan
als Mittel erster Wahl gegen jenen negativen Stress, der uns so zu schaffen macht (im
Gegensatz zum positiven Stress, der uns weiterentwickelt).

Jiaogulan - Fänger von Freien Radikalen -  das Antioxidans 
Neben der Leistungserhaltung bzw. der Leistungssteigerung hat Jiaogulan für aktive,
sportliche Menschen (insbesondere Leistungssportler) eine herausragende Bedeutung beim
Schutz der Körperzellen, welche von Freien Radikalen aufgerissen und zerstört werden. Je
größer die körperliche/sportliche Leistung, desto größer die Produktion von Freien Radikalen
(Es entsteht die wissenschaftlich nachgewiesene absurde Situation, dass der Radikalen-
Status im Körper eines Spitzensportlers der gleiche sein kann, wie im Körper eines
bewegungsarmen Kettenrauchers).

Freie Radikale sind instabile, aggressive Sauerstoffmoleküle, die im Körper als
Abfallprodukte beim Sauerstoff-Verbrauch entstehen. Sie verlieren zwei ihrer Elektronen, so
dass sie nicht mehr vollständig sind. Um diese Vollständigkeit wieder herzustellen, reißen sie
aus einer intakten Zelle diese fehlenden Elektronen heraus und beschädigen/zerstören
dadurch diese Zelle. Ist die Zelle nur beschädigt, dann reißt diese aus den Nachbarzellen die
fehlenden Elektronen und eine Kettenreaktion setzt sich in Gang, eine so genannte
Oxidation.
Da gerade aktive Sportler erheblich mehr Sauerstoff verbrauchen als Menschen ohne
herausragende körperliche Leistungen, sind diese – trotz gesündestem Lebensstil –
erheblich gefährdet!
jiaogulan Blätter

Jiaogulan fängt diese Freien Radikalen ein und macht sie unschädlich – die Bezeichnung der
Wissenschaft dafür: Antioxidans (Zu den Radikalenfängern zählen auch die nicht-
synthetischen Vitamine A, C und E, Beta-Carotine und das Mineral Selen). 
Der zweite, (kaum beachtete, aber enorm wichtige) Wirkmechanismus von Antioxidantien für
ein Leben in „Topp“-Energie: Die Fette innerhalb unserer 10 bis 50 Billionen Körperzellen
erhalten einen Sauerstoff-Schutz und können nicht minderwertig, „ranzig“ werden, was eine
Senkung der Leistung zur Folge hätte.
Wird die Oxydation durch Freie Radikale erst gar nicht in Gang gesetzt bzw. frühzeitig
gestoppt, dann bleibt nicht nur die Leistungsfähigkeit – auch alle körperlichen Probleme, die
unsere Zivilisation bedingt, haben keine Chance. Es gilt als oberste Richtlinie: „Ist die Zelle   3
gesund, dann ist der Mensch gesund“. Oder: „Der Mensch ist so leistungsfähig wie die
Gesamtheit seiner Zellen“.
Natürlich besitzt jeder Körper ein perfektes Abwehrsystem gegen Freie Radikale, indem
eigene Antioxidantien produziert werden: Es sind dies SOD (Superoxid-Dismutase) und
Glutathion (ein „Kampfgas“, das nur innerhalb der Zellen produziert wird, um die
eindringenden Zerstörer zu zerstören).

Jedoch benötigen wir - durch die Art unseres Lebens in modernen Gesellschaften - weitaus
mehr Antioxidantien, als der Körper selbst produzieren kann. Dabei entsteht das (von der
Gesundheits-Industrie verschwiegene) Problem, dass synthetische Radikalenfänger gar
keine sind, weil der Körper diese ablehnt. So ist nachgewiesen, dass synthetisches SOD
nach oraler Einnahme im Magen weitgehend zerstört wird. Der Rest wird vom Immunsystem
nicht angenommen. 
Es ist das gleiche Problem wie z.B. bei Calcium/Magnesium, zwei grundlegende Substanzen
unserer Leistungsfähigkeit. Da sie kaum noch in industriellen Nahrungsmitteln vorhanden
sind, müssen sie zwingend in natürlicher Form aufgenommen werden (z.B. Sango-
Koralle/Lithothamnium-Alge).

Wissenschaftlich ist erforscht, dass Jiaogulan die innere Abwehr, die Immunkraft stärkt,
indem es für eine vermehrte Ausschüttung von SOD sorgt* und dass Inhaltsstoffe der
Pflanze selbst Freie Radikale binden und damit unschädlich machen. Die Zellen werden
dadurch nicht nur vor Beschädigung bzw. Zerstörung geschützt – die Wirkung geht weit
darüber hinaus: Die Zellen erhalten ihr optimales messbares elektrisches Potential von
100mv bis 120mv und bleiben dadurch in höchstem Maße gesund und leistungsfähig. Sie
brauchen sich weder in ihrer Not überproportional zu teilen, noch werden durch ihr
Absterben all jene Probleme erzeugt, an denen Millionen unwissender Menschen leiden.
Ein nächster wichtiger Aspekt ist die Erhaltung und Steigerung der eigenen, mentalen Kraft:
Jeder Sportler weiß, dass ein Sieg nicht allein mit der körperlichen Höchstform zu erreichen
ist. Fehlt der unbändige Wille zum Sieg, fehlt die eigene, innere Kraft, die den Körper leitet,
dann vermindert sich dadurch die Leistungsfähigkeit im Außen. Das gilt natürlich nicht nur für
den Sportler: Jeder von uns kann diese Zusammenhänge tagtäglich in tausend Situationen
erleben (wenn die Erkenntnis dazu vorhanden ist). Jiaogulan hilft uns, jenen selbst
verstärkenden positiven Regelkreis zu erhalten: Zellulare Höchstform führt zur körperlichen
und mentalen Höchstform. Die mentale Stärke führt in der Rückkoppelung wiederum zur
zellularen Stärke – zu höchster Leistungsfähigkeit und zu dauernder Gesundheit.
Die psychische Folge eines gestressten, überforderten Körpers ist bei vielen, vielen
Menschen eine dauernde Müdigkeit, die „chronisch“ genannt wird. Sie hat bei hochdosierter
Jiaogulan-Einnahme keinerlei Chance mehr!
*In einer Studie der ‚Medizinischen Hochschule von Guiyang‘ wurde nachgewiesen, dass die
körpereigene Produktion von SOD mit jedem Lebensjahr geringer wird. Eine Zuführung von
natürlichem SOD ist dadurch essentiell.

Die tägliche Verzehrmenge von Jiaogulan

Hier sollten wir uns an die Erfahren eines ausgewiesenen chinesischen Wissenschaftlers
halten, an Prof. Dr. Jialiu Liu von der medizinischen Hochschule von Guiyang, der dort im
Auftrag der chinesischen Regierung die Jiaogulan-Forschungen leitete:   4
Ein etwas gehäufter Teelöffel getrocknetes Kräuterpulver enthält etwa 100mg Gypenoside.
Das wären etwa 2,5g bis 3g, um den erwünschten optimalen adaptogenen Effekt zu erzielen
(z. B. im Leistungssport oder bei hoher Stressbelastung).
Wer topp-gesund ist und Jiaogulan als Leistungserhaltung zu sich nimmt, dem genügen
sicherlich 1,5 bis 2g/Tag, um die Zellen vor der Zerstörung der Freien Radikalen zu schützen
(ein nicht gehäufter Teelöffel).  
Nach der europäischen Zulassungs-Verordnung für Jiaogulan beginnt die medizinische
Wirksamkeit bei 3g/täglich (Das deckt sich mit den Aussagen der chinesischen  Forscher).
Was man jedoch wissen sollte: In Europa ist die Zulassung eines
Nahrungsergänzungsmittels nur dann möglich, wenn die Tagesverzehrmenge von unseren
Behörden als nicht medizinisch wirksam eingestuft wird. Im Falle Jiaogulan gelten 3g/Tag als
medizinisch wirksam.

Weitere wissenschaftliche Erkenntnisse

Jiaogulan gehört zu der Pflanzengruppe der Adaptogene. Diese Kräuter enthalten
Substanzen (Polyphenole/sekundäre Pflanzenstoffe), welche dem Körper helfen, den
negativen Einflüssen besser begegnen zu können. Der Körper adaptiert, das heißt er passt
sich also leichter und effizienter an die Umstände an.
Der Begriff Adaptogen wurde ab etwa 1960 präzisiert: Es muss prinzipiell ungefährlich sein,
darf keine Nebenwirkungen besitzen, muss die Immunabwehr insgesamt stärken und hat als
Ziel die Körperfunktionen zu normalisieren. Das Letztere heißt: überschießende Reaktionen
müssen gedämpft werden, gehemmte Reaktionen müssen gestärkt werden. Als Beispiel: Ein
Adaptogen hat bei Bluthochdruck eine den Blutdruck senkende Funktion, bei zu niedrigem
Blutdruck eine den Blutdruck erhöhende Funktion. Fachlich ausgedrückt bewirkt ein
Adaptogen eine Homöostase, einen Prozess des Gleichgewichts der inneren
Körperprozesse. 

Dies wird bewirkt, weil Jiaogulan  

x die Nährstoff-Zufuhr zu den inneren Organen verbessert bis optimiert.
x die inneren Drüsen ebenfalls optimal mit Nährstoffen versorgen lässt.
x die Herzleistung verbessert. Deshalb erhalten die inneren Organe eine stärkere
   Blutzufuhr.
x das Hormonsystem so stark beeinflusst, dass stressbedingte Beeinträchtigungen der
   Organe sogar wieder rückgängig (!) gemacht werden können.
x durch seine adaptiven Eigenschaften das zentrale Nervensystem beruhigt, wenn es
   überreizt ist.

Weitere Einzeleffekte im Körper, hervorgerufen durch Jiaogulan:

x Verbesserte Herzleistung
x Verbesserte Sauerstoffversorgung der Zellen bei gleichzeitigem Schutz vor Freien
    Radikalen(!)
x Schnelle Erholung nach starker Anstrengung.
x Regulation des Cholesterin- und Fett- und Zuckerstoffwechsels.
x Verbesserter Schutz der Leber.
x Verbessertes Blutbild.
x Hemmung von Entzündungen. x Entgiftungsfunktion
x Hemmung von Verschleimung in den Atemwegen und in den Bronchien.
x Erhöhung der Atemkapazität durch Optimierung der Bronchienfunktion.

Jiaogulan als Adaptogen ist aus all diesen wissenschaftlich nachgewiesenen Gründen das
Mittel für den gesunden Menschen. Wer möchte dies nicht  -  seine Topp- Gesundheit nicht
nur erhalten, sondern den Alterungsprozess auch noch hinauszögern, so lange dies irgend
möglich ist!

Extrakt oder komplette Pflanze

Es ist heute Gang und Gebe, dass Pflanzenforscher der Pharmaindustrie behaupten, nur
ganz bestimmte Inhaltsstoffe einer Pflanze seien gesundheitlich wertvoll. Man müsse nur
diese extrahieren und schon könne man diese Wirkstoffe in Tabletten- oder Kapselform dem
Menschen verabreichen.

Prof. Dr. Jialiu Liu sieht dies gänzlich anders, auch bei Jiaogulan-Extrakten: In den
Konzentraten/Extrakten befinden sich zwar manche Pflanzeninhaltsstoffe in recht hoher
Dosierung, doch die gewünschte Wirkung benötigt das gesamte, ausgewogene Spektrum an
Wirksubstanzen. Das Isolieren einzelner Wirkstoffe (die nach dem aktuellen Stand der
Wissenschaft als wichtig gelten) und das Herauslösen anderer, von deren Wirkung man im
Moment noch nichts weiß, entspricht westlichem Denken. Man könnte auch sagen: Wer den
ursprünglichen Gesamtzusammenhang zerstört, und diese Zerstückelung auch noch als
„natürlicher Pflanzenextrakt“ vermarktet, der handelt aus Unwissenheit oder aus
Gewinninteresse.


Standort / Pflege

Wie bereits erwähnt, ist das Kraut der Unsterblichkeit wüchsig und anspruchslos. Es kann sowohl im Garten wie auch in Gefässen gehalten werden. Die Pflanze kann leicht an einem Rankgerüst empor klettern, kann aber auch als Hängepflanze in einer Ampel verwendet werden. Jiaogulan wächst in normalem Gartenboden, der aber eher humos sein sollte, d.h. nicht zu lehmig. Eine allfällige Bodenverbesserung kann mit Kompost, Mist oder Torfersatzprodukten gemacht werden. Eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung begünstigt die Entwicklung. Die Erde sollte nie austrocknen und eher nährstoffreichreich sein. Eine Pflanzung im Garten erfolgt idealerweise im Frühjahr. So kann sich die Pflanze über den Sommer gut einwachsen und kommt damit besser über den ersten Winter. Zur Sicherheit empfiehlt sich dennoch, den Wurzelbereich im ersten Winter mit Laub vor einem zu starken Durchfrieren zu schützen.
Das Kraut der Unsterblichkeit eignet sich auch sehr gut als attraktive Kübelpflanze. Von Vorteil wird der Topf möglichst gross gewählt. Fünf Liter Erdvolumen ist mittelfristig das Minimum - je grösser desto besser. Wenn Jiaogulan bei 15° bis 20° C an einem hellen Platz überwintert wird, dann können den ganzen Winter über frische Blätter geerntet werden. Selbstverständlich muss die Wasserversorgung auch während dieser Zeit gewährleistet sein. Bei Pflanzen im Garten sterben im Spätherbst die oberirdischen Teile ab. Sie können gegen Ende des Winters bodeneben abgeschnitten werden. Im Frühjahr treiben sie aus dem Wurzelstock wieder aus.
Im oberen Teil dieses Artikels haben wir bereits erwähnt, dass das Kraut der Unsterblichkeit sehr vital ist. Darum ist es wichtig, dass sich die Triebe an einer Kletterhilfe festhalten können oder dass sie aufgebunden werden. Wenn Triebe auf der Erde liegen, bilden sie schnell Wurzeln. Das Entfernen wäre mit einiger Arbeit verbunden.




Fazit

Jiaogulan zählt in den klassischen chinesischen Kräuterbüchern zu den „Kräuter der Götter“.
Damit wurden die wirksamsten Mittel der klassischen chinesischen Kräuterkunde benannt.
Von ihnen heißt es in einem klassischen Text: „Von der oberen Klasse der Heilmittel gibt es
120 Arten, deren Aufgabe es ist, wie Könige zu herrschen. Sie erhalten die menschliche
Natur und gleichen dem Himmel. Sie sind nicht giftig, ganz egal, in welcher Menge und
Dauer sie auch eingenommen werden. Willst Du Deinem Körper Erleichterung verschaffen
und Deine Kräfte stärken, und willst Du lange leben ohne zu altern, so nutze diese Mittel!“

 ®Text: Walter Häge
Quelle: M. Blumert & Prof. Dr. Jialiu Liu: „Jiaogulan – Chinas ‚Pflanze der Unsterblichkeit‘“, Edition Aesculap, 1.
Auflage 2007, ISBN: 978 3-932961-5

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