Samstag, 11. Februar 2012

Homocystein

Homocystein wird in der Medizin inzwischen mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder Altersdemenz in Verbindung gebracht.

 

Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die nicht in den Baustoffwechsel des Körpers einbezogen wird, sondern nur als kurzlebiges Zwischenprodukt im komplexen Methionin-Stoffwechsel entsteht.
ähnlich wie Cholesterin schädigt Homocystein die Gefäßwände. Es fördert die Einlagerung von Fetten in die Gefäßwände, so dass sie ihre Elastizität verlieren (Stichwort Gefäßverkalkung) und Symptome wie Gedächtnisschwäche oder Durchblutungsstörungen auftreten können. Die Oxidation von LDL-Cholesterin wird erleichtert. Homocystein steigert die Blutviskosität und aktiviert die Thrombogenese (Entwicklung von Thrombosen) bei gleichzeitiger Störung der Fibrinolyse (Blutgerinnungshemmung und Blutgerinnselauflösung).
Homocystein wird normalerweise im Körper umgewandelt und ausgeschieden. Damit dieser Stoffwechsel optimal ablaufen kann, muss das Zwischenprodukt Homocystein zu Cystein abgebaut oder aber zu Methionin remethyliert werden. Beide Reaktionen sind direkt an Vitamine des B-Komplexes gebunden, welche als Koenzyme fungieren.
Der Homocysteinspiegel ist aber nicht durch eine Diät oder Abnehmen zu beeinflussen, sondern nur durch die Qualität der Ernährung.
Grundsätzlich ist der Homocysteinspiegel altersabhängig und steigt mit dem Alter an.
Zur Senkung des Homocysteinspiegel werden täglich ca. 1 mg Folsäure (Vitamin B9) sowie andere B-Vitamine benötigt. Dies entspricht z.B. täglichen Verzehr von ca. 2 Kg Blattgemüse.

Statisch gesehen haben im Alter von ca. 50 Jahren 50% aller Erwachsenen einen zu hohen Homocysteinspiegel und ca. 90% einen Folsäuremangel. Daraus kann man unschwer entnehmen, das unsere tägliche Nahrung in diesem Bereich nicht ausreicht. 

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 http://www.homocystein-forum.com/krankenkasse/pkv/versicherung/homocystein_downloads/3eck_des_Lebens.pdf

 

Der Mangel an Folsäure ist dabei der häufigste Vitaminmangel in Europa, denn bei der Verarbeitung der Lebensmittel geht insbesondere das Folat sehr leicht verloren. Die Ernährungswissenschaftler empfehlen die Aufnahme von 400 µg Folat täglich, allerdings werden im Mittel hier zu Lande nur 300 µg Folat verzehrt, so dass zumindest bei einem großen Teil der Bevölkerung von einer Fehlversorgung auszugehen ist, was erhöhte Homocysteinwerte zur Folge hat.
Dass eine klare Beziehung zwischen dem Homocysteinspiegel und dem kardiovaskulären Risiko besteht, belegen nach Professor Dr. Karl-Ludwig Resch aus Bad Elster vielfache Untersuchungen. Demnach steigt bei jeder Erhöhung des Homocysteinspiegels um 0,5 µmol/l die Gefahr für kardiovaskuläre Ereignisse - in erster Linie als Herzinfarkt - um das 2,5-fache und für eine zerebrovaskuläre Komplikation - vorwiegend als Schlaganfall - oder eine arterielle Verschlusskrankheit sogar um das fünffache.    Editoral zu Homocystein
Metaanalysen der vorliegenden Studien zeigen, dass ein Anstieg des Homocysteins um fünf µmol/l eine von anderen Risikofaktoren unabhängige Steigerung des Risikos für eine koronare Herzerkrankung (KHK) um 32 bis 42 Prozent bedingt. Gleichzeitig steigt die Gefahr einer Beinvenenthrombose um 60 Prozent und in gleicher Größenordnung auch das Schlaganfallrisiko. Andererseits lassen sich durch eine Senkung des Homocysteins auch eindeutig eine Verringerung des Risikos einer KHK, einer tiefen Venenthrombose und eines Schlaganfalls vermitteln.
Im kardiologischen Bereich gibt es nach seinen Worten allerdings erste Studien, die auf ein entsprechend präventives Potenzial der Homocysteinsenkung hindeuten: So zeigt eine Untersuchung, dass bei einer Senkung der Aminosäure-Konzentration von 11,1 µmol/l  auf 7,2 µmol/l bei Patienten die sich einer Koronarintervention, also einer Bypassoperation oder einer Ballondilatation unterziehen mussten, die Rate erneuter Gefäßverengungen und -verschlüsse nach sechs Monaten um 48 Prozent reduziert wurde. Ein erneuter Eingriff, also eine Revaskularisierung war in dieser Gruppe sogar um 52 Prozent seltener notwendig.

Hoher Homocysteinspiegel als kardiovaskulärer Risikofaktor bestätigt

David Wald vom Southampton General Hospital und Mitarbeiter gelangen durch eine systematische Metaanalyse von 92 Studien mit mehr als 20 000 Probanden zu dem Ergebnis, dass erhöhte Homocysteinspiegel kausal mit ischämischen Herzerkrankungen assoziiert sind (BMJ 2002; 325: 1202-1206). Die Autoren haben prospektive Studien untersucht, in denen die Serumkonzentration von Homocystein mit der Inzidenz von KHK verglichen wurde. Darüber hinaus wurde hinsichtlich einer möglichen Korrelation von Genträgern, die einen Defekt im Folsäuremetabolismus besitzen (Mutation im Gen für Methylentetrahydrofolat-Reduktase; MTHFR), und dem kardiovaskulären Erkrankungsrisiko untersucht. Personen mit zwei defekten Allelen hatten im Vergleich zu jenen mit zwei intakten MTHFR-Genen um 2,7 μmol/l erhöhte Homocysteinwerte. Dies entspricht einer Erhöhung um etwa 20 Prozent. Mutationsträger wiesen ein signifikant erhöhtes Risiko auf, an einer ischämischen Herzerkrankung oder einer tiefen Beinvenenthrombose zu erkranken. In den prospektiven Untersuchungen wurde ein vergleichbares kardiovaskuläres Risiko ermittelt. Nach Extrapolation gehen Wald und Mitarbeiter davon aus, dass eine Absenkung des Homocysteinspiegels um 3 μmol/L das kardiovaskuläre Risiko um 16 Prozent, das Thromboserisiko um 25 Prozent und das Schlaganfallrisiko um 24 Prozent vermindern kann. Dies könnte durch die Einnahme von 0,8 mg Folsäure pro Tag erreicht werden.     DEUTSCHES ÄRZTEBLATT (21.11.2002)
Zur Zeit wird oft die so genannte VISP-Studie als Beleg angeführt, dass eine Intervention mit Vitaminen B6, B12 und Folsäure nicht zu einer Senkung des kardivasklären Risikos führt.  Hierzu ein ausführliches Statement von Prof. Dr. Olaf Stanger zu dieser Studie

Hoher Homocysteinspiegel als Risikofaktor der Makuladegeneration

Eine im "American Journal of Ophthalmology"publizierte Studie beschreibt einen hohen Homocysteinspiegel als Risikofaktor für die Entwicklung einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD).
Wissenschafter vom Massachusetts "Eye and Ear Infirmary" in Boston und vom "Devers Eye Institute" in Portland, Oregon, (Seddon et al) beschreiben in ihrer Arbeit diesbezügliche Daten von 547 Patienten mit AMD und 387 Kontrollprobanden, die an der Age Related Eye Disease Study teilnehmen. Die Homocysteinmessungen erfolgten im Nüchternzustand, der Makulastatus wurde mittels Fundusfotografie beurteilt.
Die mittleren Homocysteinwerte waren bei AMD-Patienten signifikant höher als bei den altersadjustierten Kontrollprobanden (9,51 µmol/l vs. 8,81 µmol/l; p=0,01). Werte über 12µmol/l waren im Vergleich zu unter 12 µmol/l ebenfalls mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit der AMD assoziiert.
Die Wissenschafter schließen, dass ein hoher Homocysteinwert einen modifizierbaren Risikofaktor der altersbedingten Makuladegeneration darstellen könnte.     www.medaustria.at     Quelle: Am J Ophthalmol; 2006, 141: 201-203 26.1.06

Schwangere brauchen vermehrt Folsäure

Die Hyperhomocysteinämie ist keinesfalls nur ein Risikofaktor für die Arteriosklerose. Wohl am bekanntesten sind die Auswirkungen eines Mangels an B-Vitaminen und einer dadurch bedingten Homocysteinämie im gynäkologischen Bereich. So steigt bei einem Mangel an Folsäure das Homocystein an, was im Falle einer Schwangerschaft das Risiko für allgemeine Schwangerschaftskomplikationen und speziell die Gefahr für Fehlbildungen des Kindes erhöht. Gut dokumentiert ist dies vor allem für den Neuralrohrdefekt (Spina bifida, offener Rücken). Dieser Fehlbildung kann andererseits durch eine frühzeitige regelmäßige Folateinnahme vorgebeugt werden.

Wie hoch darf der Homocystein-Spiegel sein?

Der Homocysteinspiegel wird üblicherweise durch eine Blutuntersuchung festgestellt. Das ideale Maß für den Homocysteinspiegel ist 5 µmol/l, aber dieser Wert ist bei älteren Menschen kaum noch zu erreichen. Man ist heute inzwischen noch mit 8 µmol/l zufrieden.
Alle Werte über 8 µmol/l sind ungesund.

Nüchternwert

 
< 8 µmol/l kein erhöhtes homocysteinabhägiges Risiko
>8 - 10 µmol/l Grenzwertiger Befund
Schädliche Auswirkungen sind z.B. über den Einfluss auf die Gerinnung möglich. Ein erhöhtes Risiko ist daher nicht auszuschließen, Behandlung empfohlen.
10 - 15 µmol/l erhöhter Homocysteinspiegel mit gefäßaggressiven Wirkungen.
Deutliche Risikosteigerung sind z.B. für Gefäßeinengungen an der Karotis durch Studien belegt. Behandlung erforderlich.
> 15 µmol/l für die Gefäßgebiete Herz, Gehirn und periphere Arterien besteht erhöhtes Thromboembolie-Risiko. Behandlung unbedingt erforderlich
 

Risikogruppen:

  1. Frauen in der Menopause
  2. Personen über 45 Jahre
  3. Diabetiker
  4. Personen mit mangelhafter Ernährung
  5. hoher Alkohol- und Kaffeegenussv
  6. regelmäßiger Medikamenteneinnahme
  7. Bluthochdruck
  8. übergewicht
  9. Bewegungsmangel
  10. Stress, negative Erregungen, Hektik
  11. Schwangerschaft
 

Was kann man tun?

Besonders ältere Menschen sind häufig - unabhängig von ihrer gesundheitlichen Verfassung - von einer Hyperhomocysteinämie betroffen. Eine deutsche Studie hat gezeigt, dass bei älteren Menschen beinahe regelmäßig der Umbau von Homocystein gestört ist. Andererseits ist bekannt, dass die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Folsäure noch immer mangelhaft ist: nach Meinung von Ernährungsfachleuten liegt bei Kindern und Erwachsenen der tägliche Bedarf an Folsäure (Folaten) aus Lebensmittel bei 400 µg. Dieser Bedarf wird bei der in Deutschland üblichen Ernährung mit durchschnittlich 200 µg folat nicht erreicht.
Im Bereich einer milden bis mittleren Erhöhung des Homocysteinspiegels besteht die Behandlung als Dauertherapie in der Gabe von Folsäure, Vitamin B6 und B12. Bei den erblichen Formen mit sehr deutlicher Hyperhomocysteinämie gehören die Vitamine ebenfalls zur Behandlung, reichen aber nicht aus. Hier muss die Therapie ohnehin in der Hand von Spezialisten liegen.
Die Behandlung mit den B-Vitaminen Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 in den notwendigen Dosierungen ist praktisch frei von unerwünschten Wirkungen.
Wichtig:
Allerdings ist es nicht damit getan, die Laborwerte einmalig zu senken, sondern sie müssen dauerhaft im Normbereich gehalten werden. Setzt man mit der zusätzlichen Vitamingabe aus, schnellen die Homocysteinspiegel ebenso rasch wieder in pathologische Bereiche, wie sie sich zuvor senken ließen. Die Behandlung muss daher auf Dauer fortgeführt werden.
Wichtig ist eine Ernährung mit Gemüsen, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fleisch und Fisch.


Synervit

Synervit ist eine ergänzende bilanzierte Diät zur Behandlung einer erhöhten Homocysteinspiegels mit einer patentrechtlich geschützten und daher einmaligen Kombination der Vitamine B6, B12 und Folsäure.
Synervit ist auf den besonderen ernährungsmedizinischen Nährstoffbedarf von Patienten mit erhöhtem Homocysteinspiegel abgestimmt. Ein normaler (unauffälliger) Homocysteinspiegel ist wichtig für die Gesundheit der Blutgefäße und hat damit Einfluss auf alle Bereiche des Körpers, die mit dem Herz-Kreislaufsystem zusammenhängen.



Es ist allgemein bekannt, dass z.B. Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck oder unausgeglichene Cholesterin- und Blutfettspiegel sich negativ auf die Gesundheit auswirken können. Aber seit einigen Jahren weiß man, dass auch der Homocysteinspiegel im Blut wichtig für die Gesundheit des Herz-Kreislaufsystem und der Blutgefäße ist. Zuviel Homocystein im Blut kann zu einer Verengung der Blutgefäße führen.

Neuste Studienergebnisse zeigen dass die Senkung des Homocystein Wertes auch den geistigen Verfall, also Demenz und Alzheimer, bremst. 
Homocystein wird im Eiweißstoffwechsel zur Aminosäure Methionin abgebaut. Für den Abbau von Homocystein im Blut ist Folsäure verantwortlich, die dabei von Vitamin B6 und B12 unterstützt wird.
Hauptursache für einen erhöhten Homocysteinspiegel ist die Mangelversorgung mit Folsäure zusammen mit den Vitaminen B6 und B12. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat festgestellt, dass in Deutschland die durchschnittliche Aufnahme an Folsäure nur ca. 50% der empfohlenen Tagesdosis beträgt. Neben einseitiger Ernährung können auch Resorptionsstörungen zur Mangelversorgung an Folsäure sowie Vitamin B12 und B6 führen.
Es ist wissenschaftlich belegt, dass die kombinierte Gabe von Vitamin B6 und B12 zu einer deutlicheren Senkung führt als die Gabe von Folsäure allein. Nur wenn alle diese Vitamine ausreichend aufgenommen werden, kann der Homocysteinspiegel vom Körper ausbalanciert werden.

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